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95 Schüler/innen der Eschachschule starten mit dem Fach Deutsch in ihren Prüfungsmarathon


Trotz Corona, zeitweiser Schulschließung, Fern- und Wechselunterricht fühlen sich die 24 Neuntklässler und 71 Zehntklässler der Eschachschule bestens auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitet, in welche sie am Dienstag mit dem Fach Deutsch starteten. Dies lag wohl auch daran, dass für die Abschlussklassen deutlich weniger Unterricht ausfiel, als für ihre jüngeren Mitschüler. Vor allem in den Hauptfächern gab es nur relativ geringe Unterbrechungen der Prüfungsvorbereitung im Präsenzunterricht. Nachdem formale Erfordernisse wie die verpflichtenden Belehrungen über die Prüfungsordnung und der obligatorische Corona-Test bereits am Vortag erledigt wurden, stand einer erfolgreichen Prüfung für den Hauptschulabschluss bzw. den Realschulabschluss nichts mehr im Weg.

Zum ersten Mal genau gleichzeitig und auch in gleicher Art schrieben Schüler im G-Niveau (Hauptschulabschluss) und Schüler im M-Niveau (Realschulabschluss) ihre Abschlussarbeit.

Für beide Gruppen ging es zunächst darum, in einem Pflichtteil ihr Textverständnis und ihre Fähigkeiten in Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung anhand eines Sachtextes unter Beweis zu stellen. Diese für die Realschüler neue Form der Prüfung spiegelt den geänderten Stellenwert wieder, den dieser Bereich im Deutschunterricht seit einigen Jahren einnimmt. In einem zweiten Pflichtteil beschäftigten sich beide Gruppen mit der diesjährigen Pflichtlektüre, dem Jugendroman „Der Sonne nach“ von Gabriele Clima. Neben der Beantwortung von Fragen zum Text mussten sich die Prüflinge in den Protagonisten des Romans, einen Problemjugendlichen namens Dario hineinversetzen und aus seiner Sicht einen Tagebucheintrag verfassen.

In einem dritten Teil schließlich war ein traditioneller Aufsatz zu schreiben. Die Schüler hatten dabei die Wahl zwischen einer textgebundenen Erörterung, einer Gedichtbeschreibung oder der Beschreibung einer Kurzgeschichte. Für die Deutschlehrkräfte Freya Breuing, Eva Dangelmaier und Frank Maier war es dabei nicht ganz überraschend, dass der größte Teil der Realschulabsolventen sich dafür entschied, Argumente für oder gegen ein Verbot von Feuerwerkskörpern gegeneinander abzuwägen. Die Hauptfigur der Kurzgeschichte „Glück“ von Marion Miller, eine siebzigjährige Rentnerin, die sich mit der Frage beschäftigt, was man wirklich braucht, um glücklich zu sein, war wohl zu weit von der Lebens- und Erfahrungswelt der Schüler entfernt. Und auch der russische Kosmonaut Juri Gagarin, der als erster Mensch die Erde umkreiste und im gleichnamigen Gedicht von Günter Kunert aus der Distanz ihre Zerbrechlichkeit erkennt, war für die meisten Jugendlichen wohl zu weit weg.

Nach viereinhalb Stunden hatten dann aber doch alle Realschulabsolventen diesen Prüfungsteil hinter sich gebracht, nachdem die Deutschlehrerinnen Birte Volzer und Konstanze Elstè sich schon eine Stunde früher bei den Kandidaten für den Hauptschulabschluss verabschieden konnten.

Bild: Wären da nicht die Schutzmasken, würde sich das Bild von der Abschlussprüfung an der Eschachschule kaum von den Bildern vergangener Jahre unterscheiden.